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Der Verlag

Vorschau 2018/19

Autoren + Künstler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Autorin:

Judith N. Klein studierte und forschte in Marburg, Heidelberg, Poitiers, Jerusalem, Guimarães und immer wieder in Paris. Sie übersetzt und schreibt: Essays, Erzählungen, Rundfunktexte. Erschienen sind von ihr u.a. die Bücher: Literatur und Genozid (1992); Der feine Sand des Gedächtnisses. Jüdisch-maghrebinische Literatur der Gegenwart (1998); Rückkehr nach Lindeira. Von vergangener Zukunft und gegenwärtiger Vergangenheit in Portugal (2007).

 

 

Zur Künstlerin:

Für die Einbandgestaltung dieses Buches haben wir ein Werk der Künstlerin Sabine Roidl gewählt und farblich bearbeitet: Journal du Soir.

Sabine Roidl wurde 1973 in Amberg geboren. Nach dem Abitur lernte sie den Beruf der Druckvorlagenherstellerin, studierte danach Malerei und Grafik. Es folgten zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Vergangenheit wohnt und wandert mit. Sie ist erlebbar im Gedenken, aufbewahrt in Bauten, Bibliotheken und Archiven.

 

In dem poetisch-dokumentarischen Essay von Judith N. Klein

ist es das deutschsprachige Pariser Exil der dreißiger Jahre,

das dem aktuellen Exil der Obdachlosen, Umherirrenden und Geflüchteten eingeschrieben ist. Dabei werden die Unterschiede nicht verwischt, wenn sie auch beim Wandern durch Paris zuweilen aufgehoben scheinen. Für Augenblicke kann sich das Exil in einen Traum verwandeln.

 

edition karo, März 2018

140 Seiten, gebunden mit Lesebändchen

978-3-937881-49-2

EUR 18,00 (D), 18,50 (A), 23,00 (CH)

 

 

 

 

Leseprobe:

 

Ähnlichkeiten. An der Westspitze der größten Pariser Seine-Insel, der Île de la Cité, liegt die dreieckige Place Dauphine. »Weibliches Geschlecht der Stadt Paris« soll André Breton sie genannt haben. Im Frühjahr, wenn die Blätter der Kastanienblüten fallen, ähnelt der von archi-tektonischen Perlen gesäumte Platz einem Spitzengewebe. Durch seine Lage und Geschichte ist er dem Verkehr und dem Alltagsgetriebe entzogen.

   Von hier aus gehe ich weiter Richtung Norden und komme zu einem anderen dreieckigen Platz, der Place des Deux Écus (Platz der zwei Taler). Er gleicht einer Verkehrsinsel mit ein paar Bäumen und Bänken. Zwischen den Baumstämmen sehe ich etwas blitzen. Es ist ein metallener Einkaufswagen, der seine Herkunft aus einem der großen Pariser Supermärkte noch erkennen lässt, obwohl er mit Kleidungsstücken, Schuhen und Stofflappen behängt, mit Gestängen und Ästen bestückt und zuoberst mit Alufolie bedeckt ist, die auf einem Rost liegt.

   Plötzlich bebt, wuselt und klappert etwas. Eine Hand kommt hervor, ein Körper folgt, arbeitet sich aus dem Gewusel heraus, eine kleine Alte erscheint, ich schaue ihr einen Augenblick ins Gesicht.

   Ein Satz von Joseph Roth fällt mir ein: »Niemals kann ein Anzug so zerschlissen sein wie ein Gesicht.«

 

 

 

 

 

 

 

 

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